zwei Loras
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Zunächst bedarf es bestimmter "prophylaktischer" Überlegungen vor dem Kauf von Papageien. Dazu bietet sich an, die eigene Motivation zur Haltung zu überprüfen. Welches Bild vom Papageien steht hinter dem eigenen Denken? Welche Absicht, weiche Bedürfnisse, welche Ansprüche verbergen sich hinter dem Wunsch, einen oder mehrere solcher Vögel besitzen zu wollen? Welche Kenntnisse über artgemäße Vogelhaltung liegen vor? Bin ich als Pfleger bereit, Papageien mit ihren biologischen Besonderheiten und ihren spezifischen Ansprüchen zu akzeptieren, oder herrscht in meinem Kopf nach wie vor der Wunsch nach einem möglichst bunten, zahmen und "sprechenden" Stubenvogel? Beides gleichzeitig ist kaum möglich. Einzelvögel schließen sich oft dem Menschen an, paarweise gehaltene Papageien entwickeln - sofern sie miteinander harmonieren - zwar eine Beziehung der Vertrautheit mit dem Pfleger, verpaaren oder vergesellschaften sich aber exklusiv mit dem Artgenossen.  

Die erste Möglichkeit, nämlich die Einzelhaltung von Papageien, sollte heute eigentlich der Vergangenheit angehören. Darin sind sich Zoologen, Verhaltensforscher, Tierärzte und auch viele Vogelhalter einig. Selbst manche Zoohändler fördern diese Erkenntnis, u. a. weil sich dadurch u. U. der Absatz zweier Papageien an einen Interessenten anbietet. Andererseits wird die Nachfrage insgesamt vermutlich deutlich zurückgehen, denn zwei Papageien halten wollen weit weniger Menschen als nur einen. Da diese zwei dann meist weit weniger zahm werden, läßt das Interesse an der Papageienhaltung noch weiter nach. In dieser Situation werden vermehrt handaufgezogene Vögel angeboten. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht der Natur entnommen wurden und sollen zudem weniger krankheitsanfällig sein als Wildfänge. Außerdem wird den Käufern suggeriert, hier handle es sich um speziell für die Wohnung gezüchtete, besonders angepaßte Vögel, die nie die Freiheit und ihre leiblichen Eltern kennen gelernt hätten und so sehr auf den Menschen fixiert seien, dass ein fremder Artgenosse ohnehin nicht akzeptiert würde. Das stimmt in vielen Fällen, nur hat sich inzwischen herauskristallisiert, dass diese isoliert handaufgezogenen Jungtiere vielfach äußerst bedauernswerte Kreaturen sind, die keinerlei artgemäße Sozialisation erfahren haben und deshalb von manchen Forschern etwas drastisch als "soziale Verhaltenskrüppel" bezeichnet werden. Sie können in bestimmten Lebensphasen zu extrem aggressivem Verhalten (Davis 1989) und zu weitern Verhaltensauffälligkeiten neigen. Einer neuen, großzügigeren Unterkunft in der Wohnung bereitet dagegen schon größere Probleme. Manchmal ist auch die Errichtung einer Gartenvoliere mit Schutzhaus o. ä. möglich. Eine anregende Ausstattung mit viel Beschäftigungsmöglichkeiten (Knabberästen, Ketten, Tauen, Badebecken, Nistkasten, sonstiges "Spielzeug") erfordert lediglich etwas eigene Kreativität - von der finanziellen Seite und hinsichtlich der Durchführbarkeit ist das kein Problem.  

Das "Klima" in der Wohnung, insbesondere allzu große Lufttrockenheit, wirkt sich manchmal ungünstig auf den Gefiederzustand der Vögel aus und begünstigt u. U. das Federrupfen. Hier schafft ein Badebecken, ein Luftbefeuchter oder das regelmäßige Besprühen der Tiere Abhilfe. Auch das Anbieten geeigneter Papageiennahrung sollte heute kein Problem mehr sein. Inhalt der Nahrungsstoffe, Abwechslung und der Beschäftigungsaspekt bei der Nahrungsaufnahme (z. B. durch Verabreichen mehrerer Mahlzeiten am Tag) sind auch hier die wichtigsten Empfehlungen (Aeckerlein 1986). 
Die gelegentlich empfohlenen Papageien-"Pellets" stellen zwar eine leicht praktikable Methode der Vollwerternährung für Papageien dar, sie vernachlässigen aber den Aspekt des Futteranreizes und der Beschäftigung mit der Nahrung, die auch der Langeweile vorbeugen kann.