zwei Loras
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Eine zentrale Rolle im therapeutischen Prozeß spielt auch die paarweise Papageienhaltung bzw. die Vergesellschaftung von einzeln lebenden Tieren mit einem adäquaten Artgenossen. Allerdings hält sich hartnäckig das Gerücht, dass lange Jahre einzeln gehaltene und mit ihrem Pfleger "verpaarte" Vögel sich nicht bzw. nicht ohne weiteres wieder mit einem Artgenossen vergesellschaften oder gar verpaaren lassen. Diese Ansicht ist nach eigenen Erfahrungen irrig.

Während seiner Tätigkeit im Oberhausener Institut für Papageienforschung hatte der Verfasser vielfältige Gelegenheit, den Vergesellschaftungs- bzw. Verpaarungsprozeß solcher ehemaligen Einzelvögel zu studieren. Dabei zeigte sich, dass die allermeisten Vögel (manche davon nach mehr als 10- oder 15jähriger Einzehaltung) sich innerhalb kürzester Zeit mit einem Artgenossen zu arrangieren vermochten. Oft kam es nach kurzen, heftigen Auseinandersetzungen zur Ausbildung einer Rangordnung zwischen den Vögeln, die dann bestimmend für das künftige Zusammenleben der beiden Vögel blieb (Lantermann 1990). Dabei kann dieser Prozeß bei manchen Arten, z. B. bei den in beiden Geschlechtern gleichgefärbten Amazonenpapageien, unabhängig vom Geschlecht der Vögel vonstatten gehen, es kann also durchaus auch zu "Verpaarungen" zweier Männchen oder zweier Weibchen kommen. Insbesondere bei reinen Vergesellschaftungsabsichten (denen keine Zuchtbemühungen folgen sollen) können sich Vogelhalter solche Mechanismen zunutze machen, um zwei Tiere aus ihrer unverschuldeten sozialen Isolation zu befreien. Inwieweit eine solche Überstrapazierung der Möglichkeiten zur Verhaltensmodifikation als tierschützerisches Konzept taugt, bliebe zu diskutieren. Zumindest ließen sich auf diese Weise auch ohne vorherige Geschlechtsbestimmung manche Vögel zusammenführen, und bei vielen dieser "Verpaarungen" bliebe der ohnehin unerwünschte Nachwuchs aus.