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Rotohrara (Ara rubrogenys, Lafresnaye 1847)
Keine Unterart
Größe: 60 cm
Beschreibung: Altvögel: Grundfarbe olivgrün; Stirn, Scheitel, Ohrfleck und Schenkel rot; kleiner nackter Bereich zwischen der Schnabelwurzel und den Augen, mit schwarzen Federlinien durchzogen; kleine Flügeldecken, Flügelbug, Flügelsaum und kleine Unterflügeldecken orangerot; Handschwingen an den Außenfahnen und Handdecken blau; große Unterflügeldecken olivgelb; Schwanzoberseite olivgrün, zur Spitze hin blau; Schwanzunterseite olivgelb; Schnabel schwarz; Iris orange; Füße grau; keine äußeren Geschlechtsmerkmale. Jungvögel: Stirn und Ohrfleck orange-rötlich, ansonsten im Kopfbereich grün; Iris dunkel
Verbreitung: östliches Zentral-Bolivien in Süd-Chochabamba, Südwest-Santa-Cruz, Nord-Potosi und Nord-Chuquisaca.
Lebensraum: Der Rotohrara kommt nur in einem relativ kleinen begrenztem Gebiet in Südbolivien vor. Es erstreckt sich von etwa Cochabamba nach Süden entlang der Haupt und Nebentäler des Flusses Pilcomayo. Das Verbreitungsgebiet besteht aus Hochtälern (1.000 -1.500m) mit trockenen Buschwäldern, nur in der Regenzeit haben die Flüsse einen nennenswerten Wasserstand. Die durch schroffe Canyons gekennzeichnete Landschaft ist relativ unzugänglich.
Der Rotohrara nimmt unter den Aras eine Sonderstellung ein. Er ist der einzige, der trockene Hochländer mit ausgeprägten Jahreszeiten besiedelt. Sein relativ kleines, sehr spezielles Verbreitungsgebiet und die damit verbundene geringe Individuenzahl der gesamten Art machen ihn zu einem besonders schützenswerten Vogel.
Status: In der roten Liste ist er zur Zeit als gefährdet eingestuft: Der Bestand ist rückläufig, die Art in viele Subpopulationen aufgesplittert und die einzelnen Vorkommen sind kleiner als 250 Individuen.
Lebensweise: In ihrem Verbreitungsgebiet sind die Aras nur örtlich anzutreffen, die Freilandpopulation wird auf 1000-5000 Vögel geschätzt. Hauptgrund für diese geringe Bestandsgröße ist der Fang für den Wildvogelhandel. Bis in die 70er Jahre galt der Rotohrara als ausgestorben, seine Existenz wurde bis dahin nur durch einige Museumsexemplare belegt. Die Vögel bewohnen Trockenwälder und Dornbuschsavannen in Höhen von 1300 bis 2200 Metern. Die Tiere leben außerhalb der Brutzeit paarweise oder in kleinen Gruppen, die aus bis zu 30 Individuen bestehen können. Auf den Schlafplätzen sammeln sich gelegentlich mehrere solcher Gruppen. Die Vögel übernachten auf Bäumen oder in Felsspalten. Frühmorgens und spätnachmittags gehen sie auf Nahrungssuche. Rotohraras besitzen einen kraftvollen Flug, sie können eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h erreichen. Als Felsenbewohner verfügen die Rotohraras über erstaunliche Flugkünste, vom "Propellerflug" auf der Stelle, bis hin zum greifvogelartigen Gleiten in den Aufwinden.
Besonders interessant ist das Balzverhalten: Mit gehobenen Flügeln, so dass die roten Markierungen gut zu sehen sind, läuft das Männchen auf einem Ast hin und her und stösst dabei schrille Pfiffe aus. Die Pupillen sind stark zusammengezogen, die orangefarbene Irisdeutlich leuchtend. Solch ein Balztanz kann bis zu 15 Minuten andauern.
Ernährung: Die Nahrung der Rotohraras besteht aus Kakteen- und Wildfrüchten. Desweiteren werden häufig die Anbaugebiete der Einheimischen aufgesucht, wo die Tiere Erdnüsse und Mais fressen. Aus diesem Grund wurden Rotohraras früher verfolgt und abgeschossen, heute ist der Fang für den Handel lukrativer. Die Brutzeit der Rotohraras beginnt im November. Als Nistplätze finden Höhlungen der Steilhänge Verwendung. Vermutlich werden meist nur 1-2 Junge aufgezogen. Nähere Einzelheiten zum Brutverhalten sind nicht bekannt.
Gefangenschaft: Importvögel sind anfangs oftmals sehr empfindlich, sie sollten in der ersten Zeit keinen Temperaturen unter 15-20 Grad ausgesetzt werden. Bereits akklimatisierte Tiere und Nachzuchten müssen bei etwa 10 Grad überwintern können. Rotohraras sind mittellaute Vögel, sie lassen ihre Stimme im Vergleich zu anderen Araarten eher selten hören. Die Tiere besitzen oft nur ein geringes Badebedürfnis, eine geeignete Badestelle sollte sich aber trotzdem in der Voliere befinden. Desweiteren müssen den Vögeln ständig Naturäste zum Benagen angeboten werden. Rotohraras eignen sich nur für die paar- oder gruppenweise Haltung, aus Artenschutzgründen sollten sie, wenn möglich, immer zu Zuchtzwecken gehalten werden. Im Normalfall ist außerhalb der Brutzeit eine Gemeinschaftshaltung mit anderen Papageienarten möglich.
Unterbringung: Außenvoliere 4m x 2m x 2,5m; in der Eingewöhnungszeit nicht unter 20°C; im Winter nicht unter 10°C.
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