zwei Loras
papageienfreunde.com

Kakapo (Strigops habroptilus)

Vom Aussterben bedrohte Papageien wieder auf Erfolgskurs

Mai 2002

Die fast ausgestorbenen Eulenpapageien Neuseelands, die Kakapos brüten in diesem Jahr sehr erfolgreich. Dies teilt die Neuseeländische Naturschutzbehörde DoC mit.

 Kakapos (Strigops habroptilus) sind die schwersten und einzigen nachtaktiven und flugunfähigen    Papageien. Sie gehören zu den seltensten Vögeln der Welt. Die Population, der ausschließlich        in Neuseeland heimischen Tiere, war bereits auf 62 Individuen geschrumpft.

 Doch in den vergangenen zwei Wochen schlüpften auf Whenua Hou sieben Kakapo-Küken. Am 18. Februar brüteten auf der kleinen Insel vor der Küste Neuseelands 18 Kakapo-Hennen auf            insgesamt 52 Eiern, berichtet das DoC. Mehr als die Hälfte der Eier seien fruchtbar und auch die Küken hätten gute Chancen später selbst Eltern zu werden.

Das Rettungsprogramm für den Kakapo bemüht sich seit zehn Jahren um den raren Vogel. Michael Rands, Direktor von Birdlife international hält die Brut der Kakapos für "einen der ganz großen Durchbrüche im Vogelschutz".

Ein wichtiger Grund für das Aussterben der Kakapos waren Fressfeinde, die Einwanderer nach Neuseeland eingeschleppt hatten. Katzen und Ratten vermehrten sich ungehindert auf Kosten der langsam brütenden Papageien. Doch seit 1999 sind Ratten auf Whenua Hou ausgerottet. Besser geht es den Vögeln auch, weil der Rimubaum in diesem Jahr reichlich Früchte trägt. Er ist vor allem für die Jungtiere eine wichtige Futterpflanze.

Dennoch überlässt der DoC bei der Brut nichts dem Zufall. Jeder Kakapo trägt einen Sender, Infrarotkameras überwachen sämtliche Nester. Wenn die Hennen auf Nahrungssuche sind, legen die Vogelschützer Wärmekissen über die Eier. Von den Müttern verschmähte Küken ziehen sie von Hand auf.

Quelle: bild der wissenschaft online

Der fabelhafte Kakapo

Name:
Der wissenschaftliche Name des Kakapo ist Strigops habroptilus, und heisst soviel wie "Eulen-ähnlich", da er ein ungewöhnlich weiches Gefieder hat und die Federn im Gesicht borstig sind. Der maorische Name, "Kakapo", bedeutet "Nacht-Papagei".

Enge Verwandte:
Der Kakapo wurde nur in Neuseeland entdeckt und ist nicht mit anderen Papageienarten verwandt.

Besondere Merkmale:
Der Kakapo ist der schwerste Papagei der Welt und der einzige, der flugunfähig ist. Er ist bist zu 60cm lang und wiegt bis zu 3,5kg. Da er praktisch ein kielloses Brustbein hat, kann er nicht wirklich 'fliegen': er kann nur von Bäumen gleiten und dabei die Flügel für die Balance und zum Bremsen nutzen. Der Kakapo ist ein Nachtvogel sowie Einzelgänger und verschlossen. Er lebt hauptsächlich am Boden, allerdings kann er auf Bäume klettern.

Erscheinung:
Der Kakapo hat weiche, moosgrüne Federn, am Ende schwarz gestreift, sowie gelb-grüne Federn und eine versteckte Schicht flaumiger Federn. (Alte "Musterexemplare" gelber Kakapos existieren in einigen Museen.) Die Weibchen sind kleiner und haben weniger leuchtende Farben als die Männchen. Der Kakapo hat ein Eulen-ähnliches Gesicht mit einem Schnurrbart, einem großen Zahn sowie einen blassen blauen Schnabel. Der Schnabel ist dazu geeignet, das Futter zu zerkleinern. Der Kaumagen, der bei den meisten Papageien das Futter zerkleinert, ist klein und verkümmert.

Kakapos haben stämmige Beine, und obwohl sie nicht fliegen können, sind ihre Flügel nicht nutzlos, da sie dabei helfen, beim Gehen und Rennen die Balance zu halten. Der Kakapo hält beim Gehen den Körper waagerecht und tief, sodass der Schnurrbart den Boden berührt. Die meiste Zeit bewegt sich der Kakapo aber nicht von der Stelle, außer wenn Gefahr im Verzug ist.

 


Hoki's Gesicht ganz nah

Lebensspanne:
Kakapos leben 60 Jahre und länger.

Lebensraum:
Der Kakapo ist ein stiller Einzelgänger. Er lebt normalerweise alleine und wandert einige Kilometer in einer Nacht. Die Männchen wandern 15-30 Hektar umher, die Weibchen 35-50 Hektar (um Futter für die Jungen zu finden). Da die Kakapos von Natur aus Einzelgänger sind, machen sie ein Geräusch, wenn eine Grenze überschritten wird, um die andern von sich fernzuhalten. Der Kakapo wurde in Neuseeland entdeckt, er lebt in Wäldern sowie auf Weideland. Die Kakapos sind auf den Hauptinseln ausgestorben, die letzten Überlebenden wurden auf angrenzende Inseln gebracht. Diese Inseln sind Reservate, und auf ihnen leben keine räuberischen Tiere außer Ratten.

Futter:
 


Ein fressender Kakapo

Der Kakapo lebt von Wurzeln, Samen, Früchten, Blumen etc.Der Kakapo, von Einheimischen auch 'Kereru" genannt, ist der einzige nur pflanzenfressende Vogel von Neuseeland. Er muss auf eine gute Saat warten, damit es genug Proteine für die Küken gibt.


Ein Biologe untersucht die
Spuren eines Kakapos

Fortpflanzung:
Der Kakapo hat ein sehr ungewöhnliches Fortpflanzungssystem. Im Sommer versammeln sich die Männchen an traditionellen Orten und graben Höhlen oder schalenartige Löcher in die Erde, die eine bestimmte Fährte bilden. Die Löcher werden ausschließlich von den Männchen gegraben und erhalten. Es legt die die Erbanlagen (? Eier? Webmaster) an den Rand der Löcher. Die Fährten sind bis zu 50m lang. Der Kakapo ist der einzige Papagei, der sich so fortpflanzt, und der einzige Vogel, der sich in der Abwesenheit von räuberischen Säugetieren entwickelt hat.

Die Männchen wetteifern um die besten Löcher. Was dann geschieht ist eine der bizarrsten und amüsantesten Erscheinungen in der Vogelwelt. Die männlichen Kakapos sitzen in der Nähe der bzw. in den Löcher(n) und und geben einen Balz-Laut ab. Der laut hört sich wie einer entfernter Donner oder ein tiefer widerhallender Herzschlag an. Um diesen tiefen Laut zu erzeugen, pumpt der Kakapo Luft in seinen Brustkorb. Die Balz-Laute klingen am Anfang sanft, werden dann lauter und klingen langsam aus. Die Laute können bis zu 5km weit gehört werden. Die Reichweite der Laute hängen von der Windrichtung ab. Die Männchen geben durchschnittlich 1000 Balz-Laute pro Stunde ab, und das 6-7 Stunden pro Nacht ! 3-4 Monate lang geben die Männchen jede Nacht die laute von sich, um Weibchen zu imponieren. Wenn ein Weibchen am Loch ankommt, fängt das Männchen mit einem Tanz an, und eventuell setzt daraufhin die Paarung ein.
 

Die Kakapos paaren sich nur 3 bis 4mal im Jahr. Sie brüten nur, wenn es reichlich Futter gibt, um die Ernährung der Küken zu gewährleisten. 2 oder 3 Eier werden auf die Erde gelegt und mit Grassbüscheln zugedeckt, oder in ein Loch oder einen verrotteten Baum gelegt.
 

    
Kakapo-Küken mit einer
"Leih-Mutter"

Die Kakapo-Männchen spielen beim Großzeihen  der Jungen keine Rolle. Wenn das Weibchen auf Futtersuche ist, sind die Jungen nachts lange Zeit unbeaufsichtigt. Die Jungen bleiben anfangs für 10 Wochen im Nest. Dann kommt das Weibchen nur ein oder zweimal pro Nacht, um die Jungen zu füttern. Die jungen Kakapos bleiben am Boden  und geben viele Laute Tag und Nacht von sich. Dadurch sind sie sehr durch räuberische Säugetiere gefährdet, und Ratten erbeuten leicht  die Eier.

Bevölkerung
Es gibt nur noch 56 Kakapos auf der Welt.

 

Geschichte des Kakapo



 

 

Es wäre gut, wenn wir uns an die Wörter von Hutton und Drummond erinnern, die um 1905 mit den Kakapos arbeiteten. " Seine Intelligenz befiehlt Respekt, und seine Ratlosigkeit Sympathie, während seine freundliche Natur ihn bei allen beliebt macht, die ihn gut kennen. Er bezahlt Freundlichkeit mit Dankbarkeit, und ist so zärtlich wie ein Hund, und so spielerisch wie ein Kätzchen ".

Doch ist es nun soweit gekommen. Eine Handvoll Vögel. Wir können uns nur noch vorstellen, wie das vor Hunderten von Jahren klang, als Tausende von Kakapos in der Nacht Ihre Balzrufe von sich ließen. Es ist nicht eine Geschichte oder eine Phantasie, nicht eine Erzählung aus anderer Welten. Es ist unsere eigene, phantastische Heimat.

Warum sollen wir de Kakapo retten? Warum sollen wir irgendeine Kreatur von Aussterben bewahren? Mark Carwardine beantwortet diese Fragen in seinem Buch Last Chance To See:

 "Jedes Tier und jede Pflanze ist ein wesentlicher Teil seiner Umgebung..., Wenn sie verschwinden, verschwinden damit auch viele andere Spezies. Und Erhaltung ist sehr wichtig für unsere eigenes Überleben. Tiere und Pflanzen versorgen uns mit Lebensrettende Drogen und Essen, sie bestäuben Ernten und versorgen viele industrielle Prozesse mit wichtigen Bestandteilen. Ironisch ist es oft, das es nicht die großen und schönen Kreaturen sind, sondern die häßlichen und weniger aufregenden sind, die wir am meisten brauchen.
Es gibt einen letzten Grund für das Sorgen, und ich glaube, daß kein anderer notwendig ist. Es ist bestimmt der Grund, warum so viele Leute ihre Leben gewidmet haben um Tiere wie Nashörner, Sittiche, Kakapos, und Delphine zu schützen. Und es ist ganz einfach dieses:

die Welt wäre ärmer, dunkler, und einsamer ohne sie.

Quelle: www.kakapo.net