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Von großer Bedeutung für das Auffinden der Nahrung in der freien Natur, aber auch in der Obhut des Menschen sind die Sinnesorgane der Papageien. Das wichtigste Sinnesorgan dürfte das Auge sein, da sich die Papageien in der Regel mit dem Sehsinn orientieren. Sie suchen also das Futter mit dem Auge. Das Futter (oder zumindest die Nahrungspflanze) muss demnach für frei lebende Papageien von weitem erkennbar sein. In der Obhut des Menschen ist dies für die Papageien zwar nicht von gleicher Wichtigkeit, allerdings orten sie auch hier die Futternäpfe mit den Augen. Daher sollten diese in neu bezogenen Volleren so angebracht sein, dass die Vögel sie von den höchsten Sitzplätzen, die sie in der Regel zuerst besetzen, direkt einsehen können.
Einen weiteren wichtigen Sinn für die Ernährung stellt der Tastsinn dar. So besitzen der Schnabel, die Zunge und der Gaumen eine große Anzahl an Rezeptoren, die für die Nahrungsaufnahme von großer Bedeutung sind. Befindet sich die Nahrung erst einmal im Schnabel, kann sie von den Papageien nicht mehr erblickt werden, sondern die Tiere müssen anhand des Tastsinnes herausfinden, wie die Nahrung fixiert und bearbeitet werden muss und welche Teile verschluckt oder wieder fallengelassen werden müssen. Das ist besonders wichtig für das Schälen der verschiedenen Sämereien und Nüsse. Über den Geschmackssinn gibt es unterschiedliche Meinungen, was Papageien betrifft. Während DELPY (1979) anführt, Papageien könnten verdorbenes Futter nicht erkennen und würden auch bedenkenlos künstlich hergestelltes Futter aufnehmen. Erkennbar wird das Geschmacksvermögen vieler Papageien auch bei der Verabreichung von Medikamenten über das Wasser. Die Wasseraufnahme wird nämlich oftmals verweigert, sobald es Medikamente enthält, und zwar auch dann, wenn das Wasser keinerlei Verfärbungen aufweist. Eine Orangehaubenkakadu (Cacatua sulphurea citrinocristata) verweigerte das Wasser, das ein Wurmmittel enthielt. Das Tier nahm einfach kein Trinkwasser zu sich und wirkte nach einigen Tagen kränklich. Als dann normales Trinkwasser gereicht wurde, begann es gleich ausgiebig zu trinken. Allerdings kann nicht gesagt werden, inwieweit der Geruchssinn bei den hier beschriebenen Fällen ebenfalls ein Rolle gespielt hat. Der Geschmacks- und Geruchssinn ist nach BEZZEL & PRINZINGER (1990) bei den Vögeln nicht besonders ausgeprägt und spielt daher bei der Futteraufnahme keine große Rolle. Beim Papagei scheint dieses aber etwas anders zu sein (vergl. KOLAR 1969). So gibt es immer wieder Hinweise, dass Papageien Pflanzenteile, die in der unmittelbaren Nähe von vielbefahrenen Straßen gesammelt wurden, verschmähen. Für andere Vögel wird dieses Phänomen auch gelegentlich beschrieben. Des Weiteren soll es vorkommen, dass mit chemischen Substanzen behandelte Früchte von Vögeln nicht gefressen werden. Für die Nahrungssuche dürften diese zwei Sinne jedoch kaum ein Rolle spielen. Lediglich dem Kea (Nestor notabilis) wird ein gutes Geruchsvermögen nachgesagt, da er größere Nasenlöcher als andere Papageien besitzt und die Nahrung häufig zuerst an die Nasenöffnungen führt, bevor er sie frisst. Weil er fremde Gegenstände immer mit der Zunge betastet, scheint er auch einen guten Geschmacksinn zu haben. Der Gehörsinn der Papageien dürfte für die Nahrungsaufnahme keine besondere Rolle spielen.
Weitere für die Ernährung wichtige Körperteile Die Füße und ganz besonders die Zehen der Papageien werden häufig zur Futteraufnahme mit eingesetzt. So nehmen viele Papageien das Futter nicht direkt mit dem Schnabel auf, sondern beißen es vorn Baum oder dergleichen ab und halten es dann mit den Krallen fest, um anschließend mit dem Schnabel kleine Stücke abzubeißen. Der Fuß wird also bei der Ernährung entsprechend der menschlichen Hand eingesetzt. Der Hyazinthara ist sogar in der Lage, gleichzeitig mehrere der großen Paranüsse mit einem Fuß zu halten und diese nach und nach zu verzehren (KONNE 1993). Der Papageienfuß stellt also ein optimales Greif-, aber auch Kletterorgan dar. Von großer Bedeutung ist hierfür die Anordnung der Zehen, von denen je zwei nach vorne und hinten gerichtet sind. Sie ermöglichen einen großen Bewegungsradius beim Klettern, so dass die Papageien auch weiter entfernt hängende Nahrung erreichen können. Die Gefiederfarbe spielt ebenfalls eine, wenn auch nur indirekte Rolle bei der Nahrungsaufnahme. Sie bietet dem Vogel eine gute Tarnung, auch wenn die bunte Färbung vieler Papageien dieses auf den ersten Blick nicht erkennen lässt. Die Tiere verschmelzen praktisch in den Baumwipfeln mit ihrer Umgebung.
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