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Leider werden gerade auf diesem Gebiet noch sehr viele Fehler gemacht. Die Ad-Libitum- Methode (die Tiere dürfen so viel fressen, wie sie wollen) ist immer noch weit verbreitet. Weil aber die Papageien natürlich nur das aufnehmen, was ihnen am besten schmeckt kommt es häufig zu Fehl- oder Unterversorgung mit Nährstoffen - oder zu Übergewicht. In der Gruppenhaltung bekommen die rangniedrigen Vögel die zwar gesünderen, aber wenig fetthaltigen Saaten, während die ranghöheren Tiere die Sonneblumenkerne und andere fetthaltige Körner fressen. Hier könnte es sich als sinnvoll erweisen, die Tiere zweimal am Tag zu füttern: morgens und spät nachmittags, was auch den Ernährungsgewohnheiten im Freiland entspricht. Eine zweimalige Fütterung bietet den Vorteil, dass man nicht alle Nahrungsbestandteile auf einmal anbieten muss. So könnten morgens Körner angeboten werden und nachmittags Obst und Gemüse (die Verpilzungsgefahr im Sommer reduzieren!). Die Papageien haben so auch etwas mehr Abwechslung. Einige Halter geben ihren Papageien einmal in der Woche weniger Futter als sonst (natürlich außerhalb der Brutzeit), denn im Freiland ist die Futtersuche auch nicht immer von Erfolg gekrönt. Dies könnte helfen, überschüssige Fettpölsterchen abzubauen.
Der Ausspruch, dass die Papageien schon selber wüssten, was gut für sie ist, ist einfach falsch!!
Grundsätzlich muss zwischen Brut- und Ruhephasen, Käfig- und Volierenhaltung unterschieden werden. Eckstein (1992) ermittelte für seine Molukkenkakadus 50-60g Grundfutter (Körner ohne Spelzen) pro Paar. Zusätzlich wurden 40g Obst der Saison gereicht. Während der Jungenaufzucht erhöhte sich der Bedarf auf ca. 80g Grundfutter.
Wolf und Kamphues (1995) haben in Versuchen eine durchschnittliche Körneraufnahme von 3-5% des eignen Körpergewichts bei Kakadus, Amazonen und Graupapageien ermittelt. Das wären also ungefähr 30g (2 schwach gehäufte Eßlöffel) Körner pro Vogel und Tag.
Natürlich haben Papageien, die in der Wohnung gehalten werden, einen niedrigeren Energiebedarf, als Vögel, die in Freivolieren gehalten werden.
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